Bücher zum Superwahljahr 2009 (5): Die Linke in der Kritik

Nicht alle politischen Bücher des Superwahljahres 2009 beschäftigen sich nur mit der aktuellen Situation (“Wohin steuert Deutschland?”), dem Parteiengeklüngel (“Die Machtfrage”) und den Wahlen an sich. Im heutigen Teil unserer BuchTest Serie beschäftigen wir uns mit einem Buch, das viel tiefgehendere Erkenntnisse über die politische Kultur in Deutschland zulässt.

buchtest-serie-buecher2009

  1. Wählen oder Nichtwählen?
  2. Ungültig Wählen?
  3. Bundestagswahl und Parteiensystem
  4. Islam in Deutschland
  5. Die Linke in der Kritik

Für den Spiegel-Journalisten Jan Fleischhauer hat die Generation der 1968er weitestgehend kulturelle Deutungshoheit erreicht, wie er in seinem Buch “Unter Linken. Von einem, der aus Versehen konservativ wurde” schreibt. Deswegen müsse sich, wer links sei, nie rechtfertigen, welche Fehler er auch mache.

Natürlich wird diese Argumentation in der deutschen Presse sofort angegriffen, vor allem kam in der FAZ der Vorwurf von Julia Encke, die alten Links-Rechts-Schemata würden nicht mehr funktionieren. Dieser begrifflichen Unschärfe ist der Autor sich aber bewusst, wie er selbst im Buch schreibt. ZUsammenfassend kann man durchaus sagen, dass “Unter Linken” erklärt, warum Deutschland ist, wie es ist und die fatalen Folgen der 1968er beschreibt. Es ist ein großer, polemisch-analytischer Wurf, so das BuchTest Fazit.

Jan Fleischhauer hat selbst einen Blog zum Buch entworfen, in dem er auch auf die verschiedenen Kritiken eingeht, die er von allen möglichen Seiten erhält.

Johannes Wagemann hat sich in der Berliner Literaturkritik mehr mit der Person des Autors beschäftigt, als mit dem Buch selbst – ein Ansatz, der einst in der Literaturkritik verpönt war, der aber immer verbreiteter wird.

Mit viel Witz und Bissigkeit ist es dem Autor gelungen, eine in Deutschland und der Welt weit verbreitete Lebenseinstellung zu analysieren, deren Vertreter sich auch durch all die vielen Irrtümer und die von ihnen verursachten Fehlentwicklungen nicht davon abbringen lassen, Rechthaberei und Selbstgefälligkeit auf höchstem Niveau zu betreiben. Die beleidigte und humorlose Reaktion der Kritisierten auf Fleischhauers Buch wird mit Sicherheit nicht lange auf sich warten lassen.

So das Fazit von CDU-Politik.de, einem von der Partei unabhängigen politisch-konservativen Blog. Für “nicht besonders intellektuell anspruchsvoll” hält das Buch dagegen Falk-Christian Barzik bei Blaue Narzisse, schreibt aber zugleich, dass Jan Fleischhauer linke Widersprüche auf “sehr witzige Art und Weise bloß [lege]. Seine Art gleicht dahingehend dem humoristischen Zynismus eines Harald Schmidts. Auch unterscheidet er sich dahingehend auf sympathische Weise vom Durchschnittskonservativen, der verdruckst und defensiv versucht mit seinen besseren Argumenten zu überzeugen.” Ähnlich urteilt abschließend auch das Umweltjournal.

Lektüreempfehlung

Als passende Lektüreempfehlung sei heute auf die BuchTest Rezension zu “Schöner Denken!” hingewiesen. Bereits aus dem Jahre 2007 analysiert das kleine Büchlein herrlich kritisch und humorvoll das linke Politik-Vokabular.

Bookmark and Share

Kategorie: Bücher zum Superwahljahr 2009 Kommentieren »


Kommentar schreiben

Kommentar