Paul Scheffer im Interview: Auf der Suche nach einem neuen Gesellschaftsvertrag

Der niederländische Sozialwissenschaftler Paul Scheffer hat mit „Die Eingewanderten. Toleranz in einer grenzenlosen Welt“ ein umfangreiches Buch über die Migration geschrieben. Darin geht es vor allem um den Umgang der Mehrheitsgesellschaft mit den muslimischen Einwanderern. BuchTest traf den Autor in Berlin zum Interview:

BuchTest: Herr Scheffer, Sie haben im Jahr 2000 Ihren Essay „Das multikulturelle Drama“ veröffentlicht. Was hat sich seit dem verändert?

Paul Scheffer: Ich habe vor acht Jahren angefangen über Migration und Immigration zu schreiben, weil ich damals feststellte, dass es eigentlich keine öffentliche Debatte dazu gab. Ich hatte aber das Gefühl, dass nicht nur ich Fragen hatte und Verunsicherung spürte, sondern auch die Gesellschaft und insbesondere die Migrantenkreise. Mittlerweile haben wir die Vermeidung des Themas hinter uns und debattieren öffentlich über Migranten in sozialer und wirtschaftlicher Hinsicht. Und über eine neue Religion, den Islam in unserer säkularen Gesellschaft.

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