Siegfried Lenz erhält den Lew-Kopelew-Preis

© Ingrid von KruseSiegfried Lenz erhält den Lew-Kopelew-Preis für Frieden und Menschenrechte 2009. Das Lew Kopelew Forum in Köln würdigt damit die Verdienste des in Ostpreußen geborenen 82-jährigen Schriftstellers. Siegfried Lenz habe sich in seinen Werken und seinem Tun stets für die Annäherung und den Ausgleich zwischen den Völkern ausgesprochen.

Der Preis an Siegfried Lenz wird am 29. März 2009 in Köln verliehen. Die Laudatio hält der Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen Jürgen Rüttgers.

Siegfried Lenz, 1926 im ostpreußischen Lyck geboren, zählt zu den bedeutendsten und meistgelesenen Schriftstellern der Gegenwartsliteratur. Seine Werke erscheinen seit 1951 („Es waren Habichte in der Luft“) im Hoffmann und Campe Verlag und wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter dem Goethe-Preis der Stadt Frankfurt am Main und dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Mit seiner im vergangenen Jahr veröffentlichten Novelle Schweigeminute feierte Lenz einen großen Erfolg. Seit ihrem Erscheinen im Mai 2008 steht sie ununterbrochen auf der Bestsellerliste, mittlerweile sind über 14 Auflagen gedruckt, die Übersetzungen erscheinen in 20 Ländern.

Auf BuchTest finden Sie folgende Buchkritiken zu Siegfried Lenz:

Schweigeminute
In der Trauer des Abschieds überwindet die Liebe den Tod – oder wie man sich des gemeinsam Erlebten versichert um Raum für Neues zu schaffen!

Selbstversetzung
Über Schreiben und Leben
Ein großer deutscher Autor im Spiegel seiner selbst – vom Verlag nur ungebührend ausgestattet und ohne Neues!

Die Erzählungen
Der Meister der Kurzgeschichte in voller Pracht – Liebhaber-Pflichtlektüre und literaturwissenschaftliches Grundlagenwerk!

Fundbüro
Die meisterhaft erzählte Aufforderung, im Leben endlich Stellung zu beziehen!

Arnes Nachlass
Geheimnisvoll, bedrückend und durch seine subtile Sprache fesselnd – eben typisch Siegfried Lenz!

So wie eine biografische Annäherung an den Autor:

Erich Maletzke: Siegfried Lenz
Der unbekannte private Siegfried Lenz – mittels Werkschau gut näher gebracht!

Begründung des Lew-Kopelew-Forums zur Preisvergabe

Der in der Kleinstadt Lyck in Ostpreußen geborene Schriftsteller Siegfried Lenz schildert in seinen Romanen und Erzählungen Schicksale von Menschen im von Ideologie, Krieg und Umbruch geprägten 20. Jahrhundert. Die – vor dem Hintergrund historisch aktenkundiger Ereignisse – erfundenen Lebensgeschichten vergegenwärtigen eine immer ferner rük-kende Vergangenheit, deren komplexe und widersprüchliche Wirklichkeitserfahrung dem Gedächtnis der Menschen und Völker nicht verloren gehen darf, soll eine verantwortlich gestaltete Zukunft gelingen. Toleranz und Achtung sind für Siegfried Lenz die Leitsterne einer aufrichtigen “Gedächtnisarbeit”, die für alle Seiten Gerechtigkeit will.

Die “narrative Geschichtsschreibung” des Autors Siegfried Lenz, die die Heimatliebe bekennt, ohne sie in Vergangenheitskult umzumünzen, die den Heimatverlust betrauert, ohne den Gedanken eines Besitzanspruchs aufkommen zu lassen und die masurische Heimat als Beispiel der Vielfalt und des friedlichen Miteinanders der europäischen Völker und Kulturen begreift, hat auch bei polnischen Lesern die Bereitschaft zu Verständnis und Verständigung geweckt – eine Gesinnung, die ihn aufs Tiefste mit seinem langjährigen Freund Lew Kopelew verbindet.

Eine nicht ganz aktuelle Hompage zum Lew-Kopelew-Preis

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Kategorie: BücherSzene Kommentieren »


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