Dass herkömmliche Verlage es schwer haben neben den digitalen Medien und E-Readern „echte“ Bücher zu verkaufen, sollte kaum noch jemanden verwundern. Doch nun kommt ein neuer Trend hinzu, der den Verlagen weiter zusetzt: Inzwischen ist es möglich, den eigenen Roman digital zu veröffentlichen, ganz ohne Verlag und ohne Lektor. Es gibt mehrere Self-Publishing-Anbieter, die den Traum bislang erfolgloser Autoren wahr werden lassen. Manche, wie Barnes and Noble nehmen nur Texte auf Englisch an, wohingegen andere, wie beispielsweise Amazon auch Werke auf Deutsch und in vielen anderen Sprachen veröffentlichen.

Der Vorteil beim Self-Publishing ist, dass man häufig die Hürden der Verlagsstruktur umgehen kann. Wer an sein Werk glaubt, kann das Buch der Öffentlichkeit zugänglich machen, auch wenn es von Verlagen abgelehnt wurde. Darin liegt aber auch der entscheidende Nachteil: Verlage haben viel Erfahrung im Veröffentlichen, wissen was sich verkauft – und was nicht. Außerdem können sie eine wichtige Unterstützung sein, wenn es darum geht sicher zu stellen, dass das veröffentlichte Werk auch wirklich die optimale Version des Originals ist. Diese Vorzüge der herkömmlichen Verlage gehen beim Self-Publishing verloren.

Wie funktioniert es aber, wenn man bereit ist dieses Risiko einzugehen? Kann man sich einfach zu Hause an sein Netbook setzen, einen Roman schreiben, an einen beliebigen Self-Publishing Anbieter schicken und dann als E-Book veröffentlichen?

Theoretisch ja. Bei der Wahl des Anbieters sollte an sich allerdings ein paar Fragen stellen: Kann man den Preis selber festlegen? Überprüft der Verlag die Qualität des Textes? Bekommt man vom Verlag Unterstützung beim Marketing? Wenn ja, wie viel verlangt der Anbieter für diesen Service? Gibt es die Möglichkeit, als E-Book und als gedrucktes Buch zu veröffentlichen? Hier ist es wichtig, seine eigenen Prioritäten richtig zu setzen und so den besten Anbieter herauszufiltern. Neben den bereits genannten stehen etwa iBooks Author von Apple, Scribd, Smashwords, BookBaby, BookTango oder Lulu zur Wahl, speziell für den deutschsprachigen Raum kommt z.B. auch die Gruner & Jahr Tochter epubli in Frage. Letztlich hat jeder der Anbieter seine Vor- und Nachteile.

Ein Kommentar von London Techblogger.