In der bekannten Interview-Reihe Köpfe der Buchbranche von Leander Wattigs Initiative Ich mach was mit Büchern hat sich heute Focus-Journalist Matthias Matting zu Wort gemeldet. Unter anderem diskutiert er, wie sich für ihn als Autor die derzeitigen Möglichkeiten des Selbstverlegens von Büchern (self-publishing bzw. book-on-demand) darstellen.

Insgesamt sieht Matting beim verlagsunabhängigen Publizieren in den letzten Jahren stark professionalisierte Strukturen:

„Ich habe auf dieselben Ressourcen Zugriff wie ein Verlag. Ich kann einen wirklich guten Lektor meine Texte prüfen lassen, die Print-Layouts kommen von einem Profi, und für Coverbilder und Illustration habe ich ein ganzes Netz von Grafikern weltweit. Das liegt auch daran, dass Verlage viele dieser Tätigkeiten ausgelagert haben.“

Natürlich gehe damit ein höheres wirtschaftliches Risiko einher – und erheblich geringere Leserzahlen. Denn den stationären Buchhandel erreiche man als Selbstverleger natürlich nicht wirklich, selbst wenn die Bücher im Verzeichnis Lieferbarer Bücher (VLB) mit einer ISBN gelistet seien. Allerdings sieht er diesbezüglich auch auf Seiten des Buchhandels großes Entwicklungspotenzial:

„Wenn ICH Chef von Thalia oder Hugendubel wäre, würde ich ja ein eigenes Self-Publishing-Programm starten, aber mit dem zusätzlichen Versprechen an die Teilnehmer, die Top100 exklusiv in meinen Filialen zu präsentieren – vorausgesetzt, sie binden sich exklusiv an mein Angebot.“

Mattings Fazit: „Ich glaube, der Buchhandel unterschätzt immer noch, was der wirklich innige Kontakt zwischen Self Publishern und deren Lesern ihm bringen könnte.“ Auch die Verlage werden seiner Meinung nach nicht aussterben. Aber sie müssten ihr Selbstverständnis noch mehr zu einem Dienstleister für Autoren ändern.