Tara DiLullo, Victor Davis Hanson:
Düster, blutrünstig und genial – gut gemachtes Buch zu einem der besten Filme des Jahres 2007!
Von Felix Struening
Das Kino-Frühjahr 2007 war geprägt durch die finstere Verfilmung von Frank Millers Comic „300“ über den erbitterten Widerstand der Spartaner gegen die Perser. Ebenso martialisch, blutrünstig und stilistisch übersteigert wie das Original, brillierte der Film in Machart, Story und Aussage. Nach dem Leinwanderfolg von „Sin City“ hatte Frank Miller wieder eine Vorlage geliefert, die sich deutlich von anderen Schwerter- und Sandalenfilmen unterschied. „300. The Art oft he Film“ zeigt nun in hochwertiger und ähnlich düsterer Aufmachung den künstlerischen Prozess vom Comic zum Film und bildet die Printvariante des Making-off auf der Film-DVD.
Geschichte und Comic
Aller Kritik zum Trotz, das historische Bild der Schlacht bei den Thermopylen um 480 v. Chr. zu verfälschen, bewegt sich „300“ zwischen den Erzählungen Herodots und der verfremdeten Version Frank Millers. Mit zahlreichen visuellen Effekten verändert der Regisseur Zack Snyder die dargestellte Gewalt zum Kunstmittel, ähnlich wie es Quentin Tarantino in „Kill Bill 1 & 2“ gelungen ist. Die übertriebene Verwendung von Kunstblut, Zeitlupeneffekte und die nahezu nackten, durchtrainierten Körper der Griechen im Gegensatz zu den Ungeheuern der Perser überspitzen und karikieren zugleich. Hier wird massiv auf Archetypen reduziert, um bestimmte Elemente, wie den Kampf von Freiheit gegen Unterdrückung, zu betonen: „Wie der mutigere Kampf der Griechen bei den Thermopylen und auch ihre späteren Siege bei Salamis und Plataiai aufgezeigt hatten, bewies sich die Freiheit als stärkeres Ideal.“ In seinem Vorwort verteidigt der Stanford-Professors Dr. Victor Davis Hanson Frank Millers und Zack Snyders Version, schon bei Herodot fände sich diese Vereinfachung.
Gute Aufmachung
Passend für ein Filmbuch, das mit einem Comic assoziiert wird, findet sich nicht zu viel Text, stattdessen sprechen die z.T. auch sehr großflächigen Bilder für sich. Original Comic-Szenen, Filmaufnahmen, Skizzen des Regisseurs, Storyboards – es findet sich alles was der Filmfan braucht, um den Prozess vom Comic zur Leinwand nachzuvollziehen. Die das ganze Buch überziehenden Blutspritzer vermitteln die passende Stimmung, um sich noch einmal in den Kampf für die Freiheit zu versetzen. Bleibt nur noch, den Film wieder einzulegen und beim gemeinsamen „Wahou!“ die Gänsehaut zu genießen.
(Rezensiert am: 2007-09-12)
Tara DiLullo, Victor Davis Hanson: 300. The Art of the Film, cross cult, 2007, ISBN-13: 9783936480290, 24.90 €
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