Friedrich Wiest, Matthias Varga von Kibed (Hg.):

Das Feld der Ähnlichkeiten

Systemaufstellungen und Homöopathie

Von den Unterschieden und Gemeinsamkeiten zweier therapeutischer Systeme – und wie sie sich gegenseitig befruchten könn(t)en!

Von Manuel Harand

Wer Homöopathie und systemische Arbeit in seiner Berufspraxis vereinen bzw. kombiniert anwenden will, hat es schwer, gute Fachliteratur dazu zu finden. Genau hier setzt der Sammelband „Das Feld der Ähnlichkeiten“ an. Er liefert einen wertvollen Beitrag dazu, die Gemeinsamkeiten aber auch die Unterschiede der beiden Therapieansätze näher zu untersuchen und zur Diskussion zu stellen. Es dürfte damit das erste und bisher einzige Buch sein, das die zwei Therapierichtungen in dieser Tiefe und aus dieser Vielfalt heraus betrachtet und nicht nur einen Vergleich zieht, sondern auch Anregungen gibt, wie man diese Methoden kombinieren kann bzw. wie sich diese ergänzen.

Was unterscheidet und was vereint

Friedrich Wiest und Matthias Varga von Kibed haben als Herausgeber 14 weitere Autoren aus verschiedenen Disziplinen – Homöopathen, Mediziner, Psychologen, Heilpraktiker – den Raum gegeben, ihre Erfahrungen mit den beiden Systemen in eigenständigen Beiträgen dazulegen. So unterschiedlich wie die Autoren sind, so breit gestreut sind auch die Themen der einzelnen Beiträge, die von der „Ähnlichkeit der Homöopathie und der Aufstellungsarbeit“ über „Erfahrungen mit homöopathischen Arzneimittelprüfungen“ bis hin zu „Spirituellen und karmischen Themen im Feld der Ähnlichkeiten“ reichen. Die Gemeinsamkeit der Autoren ist wiederum ihr Bemühen und Streben über die Grenzen ihres jeweiligen Feldes hinauszuschauen und einem Grundsatz des Begründers der Homöopathie, Samuel Hahnemann, zu folgen – nämlich „Aude sapere – Wage zu Wissen“!

Das Buch enthält viele theoretische Beiträge, aber auch zahlreiche Aufstellungen und Erfahrungen aus der Praxis. So wird deutlich, dass homöopathische Mittel eine Aufstellung und damit ein „Ansehen“ bzw „Sichtbarmachen“ eines systemischen Musters überhaupt erst ermöglichen – und umgekehrt. Systemische Aufstellungen können also sehr hilfreich sein, wenn im homöopathischen Heilungsprozess eine „Starre“ eingetreten ist. Jeder der sich ernsthaft mit Samuel Hahnemanns und Bernd Hellingers Lehren auseinandersetzt, wird hier wertvolle Impulse für die Theorie aber auch für die Praxis bekommen.

Gegenseitige Bestätigung und Befruchtung

Besonders gut veranschaulicht das Buch, wie sich verschiedene Muster in Heilungsprozessen nach dem Gesetz der „Synchronizität“ in verschiedenen Feldern ganz ähnlich zeigen und somit Annahmen des eigenen Systems durch gleiche Muster in anderen Systemen bestätigt werden können, was ein enormes Vertrauen in der Praxis mit sich bringt – nicht nur in „sein System“, sondern in die Möglichkeit der Heilung und ihre Gesetzmäßigkeiten an sich!

Abschließend reflektieren die beiden Herausgeber in einem persönlichen Gespräch nochmals ihren persönlichen und gemeinsamen Prozess der Entwicklung vom Zusammenfinden, über das Entwickeln und dem Arbeiten mit ihren Ideen, bis zum heutigen Stand ihrer Arbeit. Da dieses „Feld der Ähnlichkeiten“ zwischen den beiden Systemen erst ein ganz junges Forschungs- und Erfahrungsgebiet ist, kann man in den nächsten Jahren gespannt sein, inwieweit sich die Ansätze weiterentwickeln und sich gegenseitig befruchten.

(Rezensiert am: 2009-04-22)

Friedrich Wiest, Matthias Varga von Kibed (Hg.): Das Feld der Ähnlichkeiten. Systemaufstellungen und Homöopathie, Carl-Auer Verlag, 2005, ISBN-13: 9783896704900, 29.90 €


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