Lian Hearn:

Der Clan der Otori

Band III: Der Glanz des Mondes

Krieg, Spannung, Liebe – würdiger und nur vermeintlicher Abschluss einer Trilogie, die keine ist!

Von Felix Struening

Krieg, Schlachten, Verrat und Bündnisse prägen den dritten Band der Otori-Bücher. Takeo, Hauptperson und in einigen Teilen Ich-Erzähler, hat in den beiden vorhergegangenen Romanen („Das Schwert in der Stille“ und „Der Pfad im Schnee“) seine gemischte Herkunft aus den verschiedenen Stammes- und Klassensystemen des feudalen Japans kennen gelernt. Und Kaede, die Liebe seines Lebens.

Die Vereinigung der Klassen

Nun muss Takeo sein Reich aufbauen und zugleich das Erbe seines Adoptivvaters Shigeru antreten. Da die gegnerischen Heere in der Überzahl sind, muss Takeo alle Kräfte einen und eine Streitmacht aus Bauern und Kriegern formen. Damit stößt er in den eigenen Reihen auf massiven Widerstand. Dennoch glaubt er, dass „alle so behandelt werden sollten, als ob sie gleich wären. Ausgestoßene, Bauern, die Verborgenen, alle müssen vor der Grausamkeit und Gier der Kriegerklasse beschützt werden.“ Diese Überwindung des Klassensystems Japans ist das eigentliche Thema des Romans.

Eine Liebe zwischen vielen Kriegen und eine Prophezeiung

Doch auch Takeos Liebe zu Kaede, die er am Ende des zweiten Bandes endlich heiratete, spielt eine große Rolle. Sie wird für ihn zum Lebensmotor, zum Motiv seiner Handlungen. Wer jedoch denkt, dass die beiden nun endlich vereint handeln können, täuscht sich schwer. Auf die beiden kommt eine harte Zeit zu. Und dann ist da noch diese Prophezeiung, die Takeo zwischen Glauben und Angst, zwischen Sieg und Niederlage, zwischen Tod und Leben hin und her wirft.

Die Trilogie birgt eine Überraschung

Schön ist, dass die geteilte Erzählperspektive der beiden ersten Bände aufrecht erhalten werden kann. Der Leser erhält immer wieder von anderen Seiten Einblick in das Geschehen. Interessant ist dabei vor allem, dass Takeos Berichte in der Ich-Form geschrieben sind, während die anderen Kapitel eines Erzählers bedürfen. Auch ansonsten bleibt die Erzählweise den Vorgängern treu: blutig, brutal und spannend. Also nicht gerade Kinderliteratur. Letztendlich hat die Trilogie noch eine Überraschung parat: Es wird zwei weitere Bände geben! Dem Ende des dritten Bandes merkt man schon an, durch welche Figuren und Situationen die Geschichte weitergehen wird. Wir können also gespannt bleiben, auf weitere Abenteuer voller Krieg und Liebe...

(Rezensiert am: 2005-05-31)

Lian Hearn: Der Clan der Otori. Band III: Der Glanz des Mondes, Carlsen Verlag, Mai 2005, ISBN-13: 9783551581112, 18.00 €


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