Johann Fesl, Norbert Blaichinger:
Das Buch scheitert mit seinem Vorhaben den modernen Personenschutz sinnvoll darzustellen indem es alles und nichts erklärt!
Von Felix Struening
Schon der Titel stellt eine sehr interessante Frage: Sind Bodyguards bzw. Personenschützer eher Söldner, die alles für Geld tun oder sind es Sicherheitsexperten mit einem hohen ethischen Anspruch, ähnlich der japanischen Kriegerkaste, den Samurai? Diese Analyse wird jedoch nur in der Einführung durchgeführt, danach verlieren sich die Autoren in der allgemeinen Beschreibung der Arbeit im Personenschutz.
Das Autorenteam und ihr Ansatz
Der Autor Johann Fesl ist ein aktiver Personenschützer mit langjähriger Erfahrung, nur leider muss dies immer wieder rechtfertigend hervorgehoben werden. Der Co-Autor Norbert Blaichinger ist Publizist und PR-Berater. Sein Job war es, den Personenschutz leicht verständlich und spannend darzustellen. Er scheitert damit jedoch kläglich. In einem Deutsch, das einem Schüler keine Ehre machen würde, stolpert Blaichinger sprachlich umher. Unzählige Fehler schmücken die Seiten (s.u.) und das österreichische Vokabular hat in einem Buch für den allgemeinen deutschsprachigen Raum nichts verloren. Mal abgesehen davon, dass die Typografie nahezu willkürlich wechselt und die Bilder (immerhin farbig) schlecht ins Layout eingebunden wurden.
Der Inhalt – alles und nichts
Das Buch beginnt mit Gemeinsamkeiten und Unterschieden von Personenschützern bezüglich Söldnern und den Samurai. Ein wenig geglückter Vergleich mit dem Hagakure, einem ethischen und moralischen Grundlagenwerk der Samurai, soll das verdeutlichen. Ansonsten wagen die Autoren einen Blick in die Psyche von Attentätern, zeigen die umfangreiche Prävention im Personenschutz und erklären ihr bevorzugtes System, die Israeli Tactical Response Method (ITRM). Viele Fallbeispiele sollen die Notwendigkeit von qualifizierten Sicherheitsunternehmen verdeutlichen, die EU-Osterweiterung zeigt auf sich öffnende Märkte.
Für wen ist dieses Buch?
Die Autoren führen immer wieder Tipps für Personenschützer (oder normale Privatpersonen?) an, die z. T. völlig normal und trivial sind. So soll man immer darauf achten, dass der Tank des PKW nicht leer ist und ähnlich selbstverständliches. Diese Mischung aus Tipps, allgemeinen Beschreibungen und konkreten Fallanalysen, lassen die Zielgruppe des Buches völlig unklar werden. Weder richtet es sich an den am Personenschutz interessierten, noch an jemanden, der plant, sich professionell schützen zu lassen, geschweige denn an aktive Personenschützer. Das Buch bedarf also einer kompletten Überarbeitung, sowohl thematisch-strukturell als auch das Layout betreffend.
(Rezensiert am: 2005-01-31)
Johann Fesl, Norbert Blaichinger: Die neuen Bodyguards – Söldner oder Samurai des 21. Jahrhunderts?. Aktuelle Strategien, Arbeitsweisen und Konzepte im modernen Personenschutz, edition innsalz Verlags GmbH, 2004, ISBN-13: 9783900050146, 20.00 €
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