Bernd Zeller:
Nette Karikatur – allerdings weniger über Osama bin Laden, als über typisch deutsche Befindlichkeiten!
Von Felix Struening
Natürlich hat keiner erwartet, dass hier der gefürchtetste Terrorist dieser Welt über sein Leben und aus dem Nähkästchen des Islamismus plaudert. Stattdessen hat der Karikaturist Bernd Zeller einen möglichen Werdegang Osama bin Ladens in farbigen Karikaturen und mit kurzen Texten geschildert. Allerdings ist es eine sehr deutsche Sicht, oder umgekehrt: Deutschland aus dem Blickwinkel Osamas.
Deutsche und islamische Besonderheiten
Da macht sich der Terrorfürst bzw. der Autor über typische deutsche Eigenschaften lustig, ob das die gefärbten Haare des Ex-Bundeskanzlers Gerhard Schröders sind oder die zahlreichen Regelungen für Minderheiten und angeblich Benachteiligte. Die Angst der Deutschen, irgendetwas falsch zu machen oder als rassistisch gelten zu können steht immer wieder im Mittelpunkt. Medienereignisse werden einfach auf die Bedürfnisse Osamas angepasst. So gibt es „al-Qaida sucht den Superbomber“ oder „Die Terror-Nany“.
Natürlich kommen auch typisch islamische Themen zur Sprache, etwa Sexualität und Potenz, sowie die Verschleierung der Frau und Ehrenmorde. Insgesamt ist das Büchlein aber so abgedreht, dass nur wenig Gesellschaftskritik zwischen den Zeilen lesbar ist. Es erreicht bei weitem nicht die Schlagkraft subtiler politischer Karikaturen und bleibt eher ein Comic im mittelmäßigen Titanic-Stil. Nett zu lesen, ein paar gute Gags, aber alles in allem politisch harmlos.
(Rezensiert am: 2008-08-09)
Bernd Zeller: Ein Leben für den Terror. Die offizielle Autobiografie Osama bin Ladens, Macchiato Verlag, 2007, ISBN-13: 9783940721013, 15.00 €
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