Bruno Schirra:

Iran

Sprengstoff für Europa

Der Iran als Drahtzieher des Weltterrorismus – endlich klare Fakten, ein mutiges Buch!

Von Wahied Wahdat-Hagh

Kaum jemand hat in den letzten Jahren so deutlich und klar die Wahrheit gesagt, wie Bruno Schirra. Er setzt sich in seinem Buch über den Iran nicht nur mit Problemen der iranischen Atombombe oder mit den Horrorvisionen eines Ahmadinejad auseinander, sondern auch mit dem Problem des Terrorismus. Keine Oppositions- oder Menschenrechtsgruppe könnte diese hochsensiblen Fakten so spannend und informativ schildern und erklären wie er.

Der Iran und der Terrorismus

Bruno Schirra deckt die Terrorverbindungen der Bin-Laden-Gruppe mit hochrangigen iranischen Al-Quds-Brigaden auf. Denn immerhin war es der heutige stellvertretende Verteidigungsminister Brigadegeneral Ahmed Vahidi, der 1995 Osama Bin Laden in Khartum traf. Schirra weiß auch, dass westliche Sicherheitsexperten vor einer Situation besonders viel Angst haben: Wenn sunnitische und schiitische Terrornetzwerke sich eines Tages gemeinsam gegen den westlichen Feind stellen würden. Nach der gegenwärtigen Zusammenarbeit von Hamas und Hisbollah, die selbst eine iranische Erfindung ist, scheinen diese worst-case-Szenarien in der Tat Wirklichkeit zu werden. Somit ist das Buch hoch aktuell und endlich wird klar ausgesprochen und belegt, dass das iranische Regime ein nicht zu unterschätzender Drahtzieher des Weltterrorismus ist.

Ein Kenner des Iran wie kaum ein anderer

Bruno Schirra kennt den Iran von wirklich allen Seiten. Seit 1981 lernte er auf seinen zahlreichen Reisen „Bauern und Tagelöhner, Professoren und Handwerker, Mullahs und Revolutionäre, Lehrer und kleine Jungen [kennen], die voller Ungeduld darauf warteten, endlich an die Front gehen zu dürfen.“ In der Tat ist sein Buch ein beredtes Zeugnis dafür, dass er in den letzten zweieinhalb Jahrzehnten die iranische Gesellschaft und Politik in allen Dimensionen kennen gelernt hat. Der Autor hat im Iran auch persönlich einiges mitgemacht, z.B. die Erhängung eines Mädchens. Er beschreibt diesen barbarischen Akt grauenvoll und es geht unter die Haut, wenn er erzählt, mit welchen Blockaden er konfrontiert war, als er über die Hinrichtung mit Dorfbewohnern und mit Freunden des Mädchens sprechen wollte, die alle vor den Verfolgungen der Diktatur Angst hatten.

Scharia und andere Ungerechtigkeiten

Aber Bruno Schirra begnügt sich nicht mit Horrorgeschichten von seinen Reisen. Stattdessen setzt er sich mit den kulturellen, religiösen, politischen Hintergründen dieses Landes auseinander. Er spricht mit Iranern über die Scharia und sie erzählen, welche „Diskriminierung und Menschenverachtung in den Gesetzlichkeiten der Scharia steckt: dass die Zeugenaussage einer Frau halb so viel wert ist wie die eines Mannes, das Auspeitschen, das Steinigen, das Händeabhacken.“ Nein, man sollte „vor der Scharia keine Achtung haben“, empfehlen ihm seine iranischen Freunde.

Der Iran und die Bombe

Der Autor erklärt hervorragend, wie ideologisch die islamistische Diktatur ist, wenn er aus erster Hand berichtet, was er mit dem persönlichen Repräsentanten des religiösen Führers des Iran, Ali Khamenei, alles besprochen hat. Hossein Schariatmadari ist Herausgeber der Zeitung Kayhan, das mediale Sprachrohr der islamistischen Hardliner des Regimes. Dieser meint tatsächlich, dass der Iran „einen Prozess der wahren, der islamischen Demokratie begonnen“ hat. Falls der Iran eine Nuklearmacht werden würde, glaubt Schariatmadari nicht, dass „irgendjemand auch nur ansatzweise daran denkt, den Iran anzugreifen.“ Grund genug für Bruno Schirra, dass der Iran keine Atombomben bekommen darf. Zumal „die islamistischen Ayatollahs ihre terroristischen Glaubensbrüder mit Atomwaffen versorgen können.“ Da kann man dem Autor nur zustimmen und danken für ein so mutiges Buch.

(Rezensiert am: 2006-07-16)

Bruno Schirra: Iran. Sprengstoff für Europa, Econ, 2006, ISBN-13: 9783430179577, 18.00 €


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