Svenja Hofert:

Jobsuche und Bewerbung im Web 2.0

Wie Sie das Internet als Karrieresprungbrett nutzen

Zur gezielten Vorbereitung auf die Jobsuche im Internet – wer sonstige Bewerbungs-Formalitäten kennt, erhält hier sinnvolle Ergänzungen!

Von Felix Struening

Mindestens einmal im Jahr erscheint ein neues Buch von der bekannten Karriere-Beraterin Svenja Hofert. Immer dreht es sich um Bewerbung, Jobsuche, Karriere oder Existenzgründung. Immer sind ihre Ratgeber vor allem praktisch angelegt und voller Tipps und Tricks. Immer schreibt sie am Strom der Zeit und bedient aktuelle Trends und Entwicklungen. Diesmal: Bewerbung im Web 2.0.

Von der Bewerbung zur dauerhaften Wechselbereitschaft

Den Job fürs Leben hat heute kaum noch jemand. Stattdessen wechseln wir viel öfter die Firma, den Ort oder sogar die Branche. Das liegt einerseits an der Unsicherheit der Wirtschaftslage und der damit einhergehenden Befristung von rund der Hälfte der Arbeitsverträge. Andererseits sind inzwischen viele durch soziales Netzwerken und andere Web-Aktivitäten dauerhaft repräsentiert, auch in wirtschaftlicher Hinsicht. Das zeugt von und erzeugt eine permanente Jobwechsel-Fähigkeit und -Bereitschaft. Die ehemals zeitlich stark begrenzte Phase der Bewerbung wird so zum subtilen Dauerzustand.

Business-Netzwerke, Empfehlungen und Lebenslaufdatenbanken

Ausgehend von dieser Lage analysiert Svenja Hofert die verschiedenen Möglichkeiten der Jobsuche und Bewerbung im sogenannten Web 2.0. Ihr Schwerpunkt liegt dabei auf dem Business-Networking, insbesondere beim Marktführer Xing, dem sie ein eigenes Kapitel widmet. Sie zeigt die Möglichkeiten der Selbst-Präsentation auf und gibt Tipps zur Optimierung des eigenen Profils, z.B. die Verschlagwortung, Tags genannt, die einen Jobaspiranten vielfältiger auffindbar machen. Das wiederum kann zu Jobangeboten oder Arbeitgebern führen, an die der Bewerber vielleicht gar nicht gedacht hat.

Das Networking bringt mit sich, dass wesentlich mehr (Job-)Empfehlungen ausgesprochen werden: Es ist viel leichter, wenn man jemanden kennt, der einen für eine Stelle oder Aufgabe empfehlen kann, weil derjenige den zuständigen Personaler direkt kennt. Immer mehr Unternehmen vergeben Jobs vorwiegend auf diese Art und Weise, denn auch aus dieser Sicht ist es einfacher, eine Position mit jemanden zu besetzen, den ein eigener Mitarbeiter oder Bekannter schon kennt und für den dieser gewissermaßen mit seinem Namen bürgt.

Generell schalten Firmen weniger Stellenanzeigen und suchen stattdessen nach Bewerbern in Lebenslaufdatenbanken, Jobbörsen und Netzwerken wie Xing. Vor allem berufliche Allrounder haben so die größten Chancen auf neue Projekte und Jobs, gleiches gilt wohl für Berufseinsteiger und Young Professionals, die noch über keine große Reputation verfügen.

Was noch und was nicht…

Andere Themen des Buches sind vor allem durch technische Neuerungen des Web 2.0 bedingt. Da geht es um Podcast- und Video-Bewerbungen sowie die Profilierung durch Blog-Artikel, aber auch die bessere Einschätzungsmöglichkeit des möglichen Arbeitgebers, wenn dieser seine Mitarbeiter bloggen lässt. Dass eine Email-Bewerbung den Kriterien herkömmlicher Bewerbungsmappen genügen muss, erwähnt die Autorin wohl aus der Erfahrung heraus, dass sich hier oft Schreibfehler und andere Formfehler einschleichen.

Svenja Hofert beschränkt sich dabei auf die Erörterung der Vor- und Nachteile der Internet-spezifischen Techniken. Tipps zur Gestaltung oder zum Inhalt eines Anschreibens oder Lebenslaufes findet der Leser nicht. Zu diesen allgemeinen Themen hat die Autorin allerdings bereits zahlreiche Veröffentlichungen vorgelegt. Dass mit Internet-Fachbegriffen recht sorglos umgesprungen wird, ist kaum zu kritisieren, da es sich explizit an eine Internet-affine Zielgruppe richtet.

Das Buch gehört mit einem Preis von unter zehn Euro zur schnellen Ratgeberkost und überzeugt durch Kürze und Bündigkeit. Zahlreiche Listen, Vergleichs-Tabellen und Links-Tipps machen es zu einem schnellen Nachschlagemedium, lassen aber zugleich ein wenig das Gefühl aufkommen, dass Platz gefüllt werden musste. Ebenso steht es um die wechselnden Textsorten – z.B. zwei eingebundene Interviews. Sie machen das Lesen unterhaltsamer, wirken aber etwas hineingepuzzelt. Wer sich jedoch speziell auf die Bewerbung im WWW vorbereiten will und sonstige Bewerbungs-Formalitäten kennt, ist mit dieser Lektüre sehr gut beraten.

(Rezensiert am: 2008-12-02)

Svenja Hofert: Jobsuche und Bewerbung im Web 2.0. Wie Sie das Internet als Karrieresprungbrett nutzen, Eichborn, 2008, ISBN-13: 9783821859514, 9.95 €


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