Christoph Hein:
Ein Buch voll sanfter Traurigkeit, in dem das lebendige Schmunzeln jedoch nicht verborgen bleibt!
Von Stefanie Schmidt
Es ist die Geschichte einer großartigen Familie, die ganz plötzlich ohne Mama ist, sie sterben sieht, trauert und wieder zurück ins Leben finden muss. Christoph Hein erzählt sie in 20 kurzen Kapiteln an der Seite von Ulla, dem jüngsten von drei Kindern.
„Ihre liebste Freundin war ihre schöne Mama.“
Als Mama gegangen ist, wird alles anders. Das Zimmer steht nun leer, das Essen von Papa schmeckt scheußlich und das Lachen scheint verschwunden. Christoph Hein schafft es dabei, allen dramatischen Vorstellungen von Trauer fern zu bleiben und phrasenlos-natürlich zu schreiben. Mit einem heiteren Blick für Kleinigkeiten und den liebevollen Naivitäten wird dieses Buch so lebenskräftig, dass sich der klaglose Schmerz mehr und mehr mit einem zärtlichen Lächeln mischt.
„Mama war eine richtige Lachtaube“
Jene würdevolle Gelassenheit, mit der sich die Familie an ihre bezaubernde Mutter erinnert, gibt ihnen die Kraft für den Neuanfang und das Leben zu viert zurück.
Eine schlichte Erzählung von der Kunst des Lebens
Der Tod gehört immer dazu, „Mama ist nur vorausgegangen“ – eine einfache Wahrheit, die Christoph Hein ohne viel Aufruhr thematisiert. Es geht um das Handwerk, aus einem klotzigen Stein, gewaltig und unwillkommen, etwas Liebenswertes hervorzuzaubern, das Herzen berührt und verbindet.
(Rezensiert am: 2005-09-30)
Christoph Hein: Mama ist gegangen. , Insel Verlag, März 2005, ISBN-13: 9783458172581, 14.90 €
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