Edmund Schalkowski:
Kunstkritik in Theorie und Praxis – in seinen Teilen gut, im Zusammenhang verbesserungsfähig!
Von Felix Struening
Die Reihe ‚Praktischer Journalismus‘ der UVK gibt Journalisten seit Jahren nicht nur konkrete Tipps aus den Erfahrungen ihrer Autoren, sondern versucht ebenso den theoretischen Horizont zu erweitern. Diesem Schema folgt auch der Band ‚Rezension und Kritik‘ von Edmund Schalkowski: Erläuterungen zur Theorie der Kunst folgen Beiträge von Praktikern der verschiedenen Kunstrichtungen.
Theorie und …
Zunächst ordnet der Autor die Kunstkritik aus journalistischer Sicht in die kritisch-analytische Textklasse ein. Dort befinden sich außer ihr noch Kommentar und Glosse, von denen sie Edmund Schalkowski vor allem durch ihr Objekt unterscheidet. Kunstwerke würden sich der sozialen Funktionalität ebenso wie der dinghaften Kausalität entziehen, deswegen bräuchte ihre Kritik spezielle ästhetische Ansätze. Diese leitet der Verfasser aus einer Kunsttheorie her, deren Linie er über Kant, Hegel und Adorno zieht. So steht bei ihm der Akt des ästhetischen Verstehens und Durchdringens im Vordergrund der Kunstkritik. Hier unterscheidet sich das Buch von anderen Ansätzen, deren Schwerpunkt in der Vermittlung der gewonnenen Erkenntnisse liegt.
… Praxis und …
Der kunstkritischen Praxis wird dann ausführlich durch verschiedene Autoren genüge getan. Architektur, Bildende Kunst, Design, TV und Film, Fotografie, Literatur sowie Lyrik und die darstellenden Künste werden unter den speziellen Bedingungen ihrer zu betrachtenden Objekte analysiert. Immer geht es um den konkreten Aufbau von Kunstkritik, um Perspektiven und die Legitimation, überhaupt zu kritisieren. Tipps und die Vorführung an gelungenen und misslungenen Beispielen illustrieren die Texte gekonnt.
…Kritik!
In Anbetracht dessen, dass zwei Drittel des Buches von anderen Autoren bestritten werden, stellt sich die Frage, warum diese Autoren nicht exponierter genannt sind. Wenigstens hätte Edmund Schalkowski als Herausgeber gekennzeichnet werden sollen. Zudem ist der Titel etwas irreführend: Einerseits nennt er Rezension und Kritik in einem, obwohl erstere als eine Unterform der Kritik zu bezeichnen ist. Andererseits vermittelt der Titel den Eindruck, es handle sich um ein Buch insbesondere zur Literatur- oder Filmkritik, für die die Rezension das verbreitetste Besprechungsformat ist. Mit ‚Kunstkritik‘ wäre das Buch wohl besser betitelt, zumal das dem kunstästhetischen Ansatz Edmund Schalkowskis gerechter würde. Überhaupt hätte eine Kategorisierung der Kunstkritik in ihre unterschiedlichen Formate einem journalistischen Ratgeber gutgetan.
Insgesamt fehlen sowohl dem theoretischen Teil als auch den Praxistipps etwas die kontextuelle Einbindung. Während die Einzelteile in sich ihre volle Qualität entfalten, bleibt der Zusammenhang irgendwie zu luftig. Man hätte hier vom Autor bzw. Herausgeber mehr redaktionelle Leistung erwartet. Dennoch bietet das Buch interessante Ansätze für all jene, die bereit sind, sich ihre Inhalte gezielt selbst zu suchen.
(Rezensiert am: 2008-03-17)
Edmund Schalkowski: Rezension und Kritik. , UVK Verlagsgesellschaft, 2005, ISBN-13: 9783896693419, 24.90 €
| BuchTest Services | ||
|
|
| Politik | Länder & Kulturen | Job & Karriere | Mensch & Leben | Philosophie | |
|
|
||
| © Copyright Buchtest.com | Impressum | Kontakt |