Marcie Begleiter:

Storyboards

Vom Text zur Zeichnung zum Film

Klasse Filmlehrbuch mit dem man arbeiten sollte – für jeden Filmprofi!

Von Felix Struening

Storyboards sind Grafiken, Schemaskizzen oder detaillierte Zeichnungen und Bilder. Sie dienen der Übersetzung des Drehbuchtextes in die Filmbilder: „Die Worte des Drehbuches mögen poetisch sein, aber das Storyboard ist eine konkrete Realisierung dieser Poesie in Raum und Zeit.“ Von dieser Definition ausgehend erläutert die Autorin, selbst seit Jahren Storyboardzeichnerin, alles um und über das Storyboard. Einsatzgebiete wie z. B. dialoglose Szenen oder komplizierte Kamerafahrten kommen zur Sprache und die Entstehung des Storyboards im Produktionsverlauf eines Films wird mit vielen Fallbeispielen verdeutlicht. Ein ausführliches Glossar der Fachbegriffe erleichtert die Arbeit mit den nun folgenden Kapiteln, die sich mit einzelnen Problemstellungen des Storyboards beschäftigen. Jedes dieser Kapitel beginnt mit allgemeinen Informationen und endet mit technischen Besonderheiten. Hinzu kommen Übungen zu jedem Thema, die an Beispielaufgaben sehr gut erklärt werden. So soll der Leser einen Film zurück in eine Einstellungsliste, in Schemazeichnungen und Bilder der Szenensituationen schreiben bzw. zeichnen. Nach diesen „Rückwärtsübungen“ wird die Motivsuche ausführlich diskutiert, kopierbare Motivsucher in den verschiedenen Filmformaten sind abgebildet. Es geht aber auch um erweiterte Bildfelder (mehrere Bildausschnitte in einem Storyboardbild um eine Kamerafahrt zu verdeutlichen), positive und negative Räume und Bildkomposition. Aber nicht nur die Formatierung des räumlichen Filmsets in eine zweidimensionale Zeichnung wird thematisiert. Denn vor allem das Problem der vierten Dimension des Films, der Zeit, spielt eine große Rolle: „Die Kunst des Storyboardzeichnens besteht darin, den richtigen Moment für die Illustration zu wählen. Man hat nur ein einziges starres Bild zur Verfügung, und in dem muss man die ganze Einstellung vermitteln können.“, wird Jon Coven, Illustrator von „X-Men“ und „Die üblichen Verdächtigen“, zitiert. Auch viele andere Regisseure, Illustratoren und Produzenten kommen zu Wort. Filme die Geschichte geschrieben haben oder besondere Storyboards werden in Wort und Bild ausführlich dargestellt. Nicht zuletzt ist der Anhang von großem Interesse. DVDs mit Storyboards, Links zu Regisseuren, Filmschulen, Produktionsfirmen und Hintergrundinformationen und weiterführende Buchtipps runden das Buch gebührend ab. Zielgruppe sind wohl vor allem Filmstudenten und Menschen, die sich beruflich mit dem Filmemachen auseinandersetzen müssen, sprich Regisseure, Drehbuchautoren und alle die im angrenzenden Crossmediabereich arbeiten. Aber auch Kinogänger mit wirklich tief gehendem Interesse an der Sprache des Films können das Buch gut kaufen. Allerdings ist es kein Werk, das man mal eben durchliest, man sollte damit arbeiten.

(Rezensiert am: 2003-09-20)

Marcie Begleiter: Storyboards. Vom Text zur Zeichnung zum Film, Zweitausendeins Verlag, 2003, ISBN-13: 9783861504987, 28.00 €


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