Selbst wer nicht besonders viel vom Internet versteht, weiß, dass die Suchmaschine der Freund einer jeden Webseite ist. Auch ahnungslose Zeitgenossen werden leicht nachvollziehen können, dass ein Webseitenbetreiber ein natürliches Interesse daran hat, dass seine Inhalte möglichst unter den ersten zehn Google-Suchergebnissen erscheinen. Umso unverständlicher ist es, dass die Verlage sich so stark für das nun von der Bundesregierung auf den Weg gebrachte Leistungsschutzrecht für Presseverleger stark machten.

Die Rechnung der Verlage ist einfach. Sie sind der Ansicht, dass ihnen eine Teilhabe aus den Gewinnen von Suchmaschinen und Newsaggregatoren, die ihre Artikel nutzen, zusteht. Da Google die mit Abstand am meisten genutzte Suchmaschine in Deutschland ist, kann man auch getrost von der „Lex Google“ sprechen. Das, was die Verlage als „Nutzung“ bezeichnen, ist nicht mehr als der Verweis auf Artikel in der News-Suchkategorie bei Google. Für die Verlage ist entscheidend, dass Google auch kurze Ausschnitte der Artikel abbildet. Bei alledem bleibt trotzdem die Frage, wen das Gesetz schützt – vor wem?

Dies ist die Frage, die gerade das Netz umtreibt.  Die Verlage leiden derzeit unter einem langfristigen Niedergang des Printgeschäfts. Demgegenüber verdienen sich Anbieter, wie Google, im Internet eine goldene Nase. Der Tagesspiegel stellt heraus, dass die Verlage wohl von Neid getrieben werden, wenn sie die Hand beißen, die sie füttert. Denn auch wenn Google viel Geld macht mit Werbung, die neben den Suchergebnissen platziert wird, lenkt es doch viele Besucher auf die Webseiten der Zeitungen ebendieser Verlage. Nur wer noch nie vorher Google genutzt hat, kann zu der Erkenntnis kommen, zu der ein Kommentator in der Bild-Zeitung kam: „Google und andere Suchmaschinen greifen Texte ab – in harter Arbeit recherchiert, mit Sachverstand geschrieben – und stellen sie ins Netz.“ Es ist nicht so, dass Google ganze Artikel abkupfert – vielmehr leitet es den Leser am Notebook von sich weg auf eine andere Webseite. Wie der Blogger Stefan Niggemeier richtig herausstellt, leitet sich noch kein Anspruch für die Verlage aus der Tatsache heraus, dass Google ganz nebenbei auch selbst Geld macht.

Wie dem auch sei – die Verlage werden im Rahmen des Leistungsschutzrechtes keine langfristige Lösung mit Hinblick auf die Herausforderungen finden, die sich aus dem Niedergang der Pressewirtschaft ergeben. Im ungüngstigsten Fall vermögen sie es höchstens, den eigenen Online-Angeboten einen beträchtlichen Schaden zuzufügen. Es bleibt zu hoffen, dass die weiteren Beteiligten im Rahmen des Gesetzgebungsverfahrens einlenken und die Verleger vor sich selbst schützen.

Ein Kommentar von London Techblogger.