Gibt es eine Kritik der Sachliteratur in den deutschsprachigen Medien? Mit dieser Frage beschäftigt sich die vorliegende Studie, die über einen Zeitraum von vier Wochen sieben große Tages- und Wochenzeitungen untersucht. Das Ergebnis zeigt: ja, es gibt sie und sie ist weitaus umfassender als die Kritik der belletristischen Literatur.

Von den über 90.000 jährlichen Neuerscheinungen im deutschsprachigen Raum sind nur knapp ein Drittel belletristische Bücher. Der Rest gehört zur sogenannten Sachliteratur – eben jenen Büchern die sich mit nicht-fiktiven Inhalten beschäftigen, wie Biografien, Wirtschafts- und Politikbüchern, Werke zu den Geistes-, Natur- und Sozialwissenschaften. Nach Studien der Stiftung Lesen wird neben dem Unterhaltungsbedürfnis die Orientierungsfunktion der Buchlektüre als zweitwichtigstes Motiv für das Lesen genannt, rund 70 Prozent der Leser wollen dadurch lernen und neue Informationen sammeln.

Buchmarkt und Leserinteresse spiegeln also einen großen Bedarf an Sachliteratur, deswegen könnte man eigentlich von einem ebenso hohen Kommunikationsbedürfnis über Sachliteratur ausgehen. Die Theorie der Literaturkritik schweigt darüber allerdings. Im Gegenteil: alle Fachbücher zum Thema schließen die Kritik der Sachliteratur explizit aus. Grund genug, die für gute Literaturkritik bekannten Printmedien auf das Vorhandensein einer Sachliteraturkritik quantitativ und qualitativ zu prüfen.

Die buchtest.de-Studie als PDF zum Herunterladen (27 Seiten).

Die vollständige Arbeit ist 2008 beim Verlag LiteraturWissenschaft.de (Marburg) erschienen und unter http://www.literaturkritik.de/lit-wiss/content_onlineStruening_Kritik.php erhältlich.